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Baugerüst

Ein Baugerüst ist eine temporäre, standfeste Konstruktion aus Stahl- oder Aluminiumteilen, die während Bau- und Renovationsarbeiten neben oder rund um ein Gebäude aufgestellt und danach wieder abgebaut wird. Es schafft sichere Arbeitsplattformen in der Höhe und dient – je nach Typ – als Arbeits- oder als Schutzgerüst. „Baugerüst" ist dabei der Oberbegriff: Das im Wohnbau mit Abstand häufigste Baugerüst ist das Fassadengerüst entlang der Hauswand. Was das Einrüsten Ihres Gebäudes ungefähr kostet, sehen Sie in 60 Sekunden: Richtpreis fürs Baugerüst berechnen – unverbindlich und kostenlos.

Mit einem Baugerüst eingerüstetes Wohngebäude entlang der Fassade
Abb. — Baugerüst (Fassadengerüst) an einem Wohngebäude

Was ist ein Baugerüst?

Ein Baugerüst ist ein temporäres Gerüst, das während der Bauzeit errichtet und nach den Arbeiten wieder entfernt wird. Es besteht aus genormten Bauteilen – Vertikalrahmen oder Stielen, horizontalen Riegeln, durchgehenden Belägen je Arbeitsebene und einem dreiteiligen Seitenschutz aus Geländer, Zwischenholm und Bordbrett – und wird zur Standsicherheit in der Fassade verankert. Die Arbeitsebenen liegen rund zwei Meter übereinander, sodass jede Höhe sicher erreichbar ist.

Fachleute unterscheiden zwei Grundfunktionen. Ein Arbeitsgerüst trägt Personen und Material während der Arbeit – das klassische Beispiel ist das Fassadengerüst. Ein Schutzgerüst fängt dagegen Stürze auf, ohne dass darauf dauerhaft gearbeitet wird – etwa das Dachfanggerüst am Dachrand. Umgangssprachlich meint „Baugerüst" fast immer das Arbeitsgerüst am Wohnhaus. Nicht zu verwechseln ist es mit dem Traggerüst im engeren Sinn, das im Betonbau Schalungen und Lasten abstützt.

Welche Arten von Baugerüst gibt es?

Unter dem Oberbegriff Baugerüst versammeln sich mehrere Typen, die sich nach Arbeit, Gebäude und Standzeit unterscheiden:

  • Fassadengerüst – das Standard-Arbeitsgerüst entlang einer oder mehrerer Wände, passend für die meisten Fassaden-, Maler- und Spenglerarbeiten.
  • Umlaufendes Gerüst – rund ums ganze Gebäude, wenn an allen Seiten gearbeitet wird.
  • Dachfanggerüst – ein Schutzgerüst, das den Dachrand gegen Absturz sichert.
  • Rollgerüst – ein mobiles Gerüst auf Rollen für kurze, punktuelle Arbeiten in der Höhe.
  • Solar-/PV-Gerüst – sicherer Dachzugang für die Photovoltaik-Montage.
  • Industrie- und Spezialgerüst – Sonderkonstruktionen für anspruchsvolle Bauten.

Welcher Typ zu Ihrem Vorhaben passt, zeigt die Übersicht aller Gerüstarten mit Einsatzzweck und Richtwerten.

Welche Masse und Höhen hat ein Baugerüst?

Ein Baugerüst ist ein Systemgerüst aus genormten Bauteilen – Masse und Belastbarkeit folgen den Normen SN EN 12810/12811. Die wichtigsten Eckwerte als Orientierung:

MassRichtwert
Feldlänge (Raster)rund 1.5 bis 3 m pro Feld
Lagenhöhe (Geschoss)rund 2 m
Gerüstbreite0.6 bis 1.0 m (Breitenklasse W06–W09)
Belastbarkeitmeist Lastklasse 3 (200 kg/m²) für Fassadenarbeiten
Höhe ohne SonderstatikSystem-/Rahmengerüst bis rund 24 m

Höhere oder ungewöhnlich belastete Gerüste werden statisch einzeln nachgewiesen. Für die Preisschätzung zählt am Ende nicht das Rastermass, sondern die gesamte Gerüstfläche – Länge plus Ecküberstand mal Höhe, pro Gebäudeseite. Genau damit rechnet auch der Richtpreis-Rechner.

Was kostet ein Baugerüst?

Die Kosten richten sich vor allem nach der Gerüstfläche in Quadratmetern, dem Typ und der Standzeit. Als Orientierung gelten in der Schweiz folgende Richtwerte:

  • Niedrige Bauten bis rund 8 m Höhe: etwa 8 bis 10 CHF pro m²
  • Mittlere Höhen bis rund 16 m: etwa 12 bis 18 CHF pro m²
  • Hohe Gebäude über 16 m: etwa 20 bis 40 CHF pro m²

Diese Quadratmeterpreise decken Auf- und Abbau sowie eine Standard-Mietdauer ab. Ein typisches Einfamilienhaus komplett einzurüsten kostet damit grob 3'000 bis 8'000 CHF, je nach Grösse und Standzeit. Das sind Richtwerte, keine Offerte. Wie sich der Quadratmeterpreis zusammensetzt, lesen Sie unter Gerüstkosten; was die Gerüstmiete pro Woche kostet, erklärt die Mietseite. Den konkreten Richtwert für Ihr Gebäude erhalten Sie sofort, wenn Sie Ihre Masse in den Richtpreis-Rechner eingeben.

Welche Vorschriften gelten für ein Baugerüst?

Ein Baugerüst muss standsicher aufgebaut, ausreichend in der Wand verankert und an jeder Arbeitsebene mit dreiteiligem Seitenschutz versehen sein. Ab zwei Metern Absturzhöhe ist dieser Schutz Pflicht, die Beläge müssen vollflächig und trittsicher ausgelegt sein. Verbindliche Vorgaben zu Arbeitsgerüsten und Absturzsicherung macht die SUVA für Gerüste und Absturzsicherung; verantwortlich für den normgerechten Aufbau ist der ausführende Betrieb, der das Gerüst nach der Montage prüft und freigibt.

Steht das Gerüst auf eigenem Grund, braucht es in der Regel keine Bewilligung. Sobald es aber auf Trottoir, Strasse oder öffentlichen Grund reicht, ist eine Bewilligung der Gemeinde nötig. Wann das gilt, erklärt die Seite Gerüst-Bewilligung in der Schweiz.

Baugerüst mieten oder kaufen?

Für ein einzelnes Bauvorhaben mietet man ein Baugerüst – man kauft es nicht. Der Gerüstbauer liefert, baut auf, hält das Gerüst über die Bauzeit vor und baut es wieder ab; Sie zahlen für diese Leistung, nicht für das Material. Ein eigenes Gerüst zu kaufen lohnt sich allenfalls für Betriebe mit dauerndem Bedarf, nicht für Bauherrschaften mit einem einmaligen Projekt. Wie das Mieten abläuft und was darin enthalten ist, lesen Sie unter Gerüst mieten.

Häufige Fragen zum Baugerüst

Was ist der Unterschied zwischen Baugerüst und Fassadengerüst?

„Baugerüst" ist der Oberbegriff für temporäre Gerüste am Bau, das Fassadengerüst eine bestimmte Art davon. Da das Fassadengerüst die mit Abstand häufigste Form ist, werden die beiden Begriffe im Alltag oft gleichbedeutend verwendet. Zum Baugerüst zählen daneben auch Dachfang-, Roll-, Solar- und Spezialgerüste.

Was kostet ein Baugerüst für ein Einfamilienhaus?

Ein Einfamilienhaus komplett einzurüsten kostet als Richtwert grob 3'000 bis 8'000 CHF, je nach Fassadenfläche, Höhe und Standzeit. Der Quadratmeterpreis liegt bei niedrigen Bauten bei rund 8 bis 10 CHF und steigt mit der Höhe. Den genauen Richtwert liefert der Richtpreis-Rechner anhand Ihrer Masse.

Wie lange darf ein Baugerüst stehen?

In der Miete ist üblicherweise eine Standard-Standzeit von mehreren Wochen enthalten. Steht das Gerüst länger, fällt eine Mehrmiete an; eine feste Obergrenze gibt es nicht. Sicherheitstechnisch muss das Gerüst über die ganze Standzeit normgerecht verankert und nach Stürmen oder Änderungen erneut geprüft sein.

Braucht ein Baugerüst eine Bewilligung?

Auf dem eigenen Grundstück in der Regel nicht. Sobald das Gerüst aber auf Trottoir, Strasse oder öffentlichen Grund reicht, braucht es eine Bewilligung der Gemeinde. Das organisiert meist der Gerüstbauer; planen Sie dafür etwas Vorlauf ein.

Baugerüst-Richtpreis berechnen

Beschreiben Sie Ihr Projekt – Gerüsttyp, die Masse Ihres Gebäudes und ein paar Fotos genügen – und Sie erhalten sofort einen unverbindlichen Richtpreis für Ihr Baugerüst. Passt die Grössenordnung, fordern Sie mit einem Klick die verbindliche Offerte an. Den Richtpreis sehen Sie in Sekunden; die definitive Offerte erstellt ein Partner-Gerüstbauer.

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