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Rollgerüst

Ein Rollgerüst ist ein fahrbares Arbeitsgerüst auf feststellbaren Rollen – für kurze Arbeiten an wechselnden Stellen, drinnen wie draussen. Im Freien darf es frei stehend bis rund 8 m Standhöhe genutzt werden, in Innenräumen bis rund 12 m. Vor dem Mieten oder Kaufen sind zwei Fragen zu klären: welche Höhe Sie wirklich brauchen – und ob ein Rollgerüst für Ihr Vorhaben überhaupt das richtige Gerüst ist.

Geht es um eine ganze Fassade, ist es das nämlich nicht. Dann rechnen Sie besser gleich mit dem Richtpreis-Rechner – 60 Sekunden, unverbindlich.

Fahrbares Alu-Rollgerüst mit gelben Geländern, von unten fotografiert
Abb. — Fahrbares Rollgerüst für punktuelle Arbeiten

Welche Höhe brauchen Sie? Arbeitshöhe und Standhöhe

Der häufigste Fehler beim Mieten und Kaufen: Standhöhe und Arbeitshöhe werden verwechselt. Die Standhöhe ist die Höhe der obersten Plattform, auf der Sie stehen. Die Arbeitshöhe ist, wie hoch Sie damit reichen – Faustregel: Standhöhe plus rund 2 m Körper- und Armlänge. Wer eine Decke auf 3 m streichen will, braucht also keine 3 m Plattform, sondern rund 1 m.

Standhöhe (Plattform)Arbeitshöhe (Reichweite)Typischer Einsatz
ca. 1 – 2 mca. 3 – 4 mWohnraumdecken, Lampen, Storen innen
ca. 3 mca. 5 mTreppenhaus, hohe Wohnräume, Gipserarbeiten
ca. 4 mca. 6 mHallen, Vordächer, einzelne Storenkästen aussen
ca. 6 mca. 8 mIndustrie- und Hallenmontagen, Reinigung
ca. 8 m (aussen max.)ca. 10 mObergrenze im Freien für frei stehende Gerüste
ca. 12 m (innen max.)ca. 14 mObergrenze in Innenräumen

Messen Sie die zu erreichende Höhe und ziehen Sie 2 m ab – das ist die Standhöhe, die Sie bestellen. Ein zu hoch gewähltes Gerüst kostet mehr, braucht mehr Ballast und ist schwerer zu versetzen.

Wie hoch darf ein Rollgerüst sein?

Frei stehende Fahrgerüste sind in der Höhe begrenzt, weil sie nicht verankert sind: Ihre Standsicherheit hängt allein von Standfläche, Auslegern und Ballast ab. Üblich sind rund 8 m Standhöhe im Freien und rund 12 m in Innenräumen – im Freien wirkt Wind auf das Gerüst, drinnen nicht. Die technischen Anforderungen an fahrbare Arbeitsbühnen regelt die Norm SN EN 1004, einsehbar bei der Schweizerischen Normen-Vereinigung.

Verbindlich ist immer die Aufbau- und Verwendungsanleitung des jeweiligen Systems: Sie gibt vor, ab welcher Höhe Ausleger oder Ballast nötig sind und welche Konfiguration zulässig ist. Was die SUVA zum sicheren Arbeiten in der Höhe verlangt, fasst die Seite zu den SUVA-Gerüstvorschriften zusammen.

Brauchen Sie mehr Höhe, als frei stehend zulässig ist, führt kein Weg an einem verankerten Standgerüst vorbei – dem Fassadengerüst.

Rollgerüst mieten oder kaufen?

Anders als beim Fassadengerüst ist der Kauf hier eine realistische Option: Ein Rollgerüst ist ein Katalogprodukt, das Sie selbst auf- und abbauen dürfen. Die Faustregel:

  • Mieten, wenn Sie es für ein einzelnes Projekt brauchen, mehr als rund 4 m Arbeitshöhe benötigen oder keinen Lagerplatz haben. Ein Alu-Rollgerüst ist sperrig und will trocken und diebstahlsicher stehen.
  • Kaufen, wenn Sie es mehrmals im Jahr brauchen und mit niedriger Höhe auskommen – Hauswartung, Unterhalt, Heimwerken. Rechnen Sie dabei Wartung, Ersatzteile und die wiederkehrende Kontrolle ein; ein Gerüst ist Arbeitsmittel, nicht Dekoration.

Kaufpreise nennen wir bewusst nicht. Wir sind ein Richtpreisdienst für Gerüstbau, kein Händler – und die Preise hängen stark von Höhe, System und Ausstattung ab. Was wir Ihnen abnehmen können, ist die Frage davor: welche Höhe Sie brauchen (siehe Tabelle oben) und ob ein Rollgerüst überhaupt genügt. Die allgemeine Rechnung zwischen Miete und Kauf – inklusive gebrauchter Gerüste – steht unter Gerüst mieten oder kaufen.

Zum Occasionskauf ein Hinweis, der oft vergessen geht: Ohne die zugehörige Aufbau- und Verwendungsanleitung und ohne vollständige Teile ist ein gebrauchtes Rollgerüst praktisch unbrauchbar, weil sich die zulässige Konfiguration nicht mehr belegen lässt. Fehlende Diagonalen, Ausleger oder Bordbretter einzeln nachzukaufen, kostet schnell mehr als der vermeintliche Schnäppchenpreis.

Wo bekommt man ein Rollgerüst?

Es gibt drei Wege, und sie unterscheiden sich stärker, als man denkt:

  1. Baumarkt und Landi – tageweise, kleine Höhen. Grössere Baumärkte und viele Landi-Filialen vermieten kleine Fahr- und Klappgerüste tage- oder wochenendweise. Das ist der günstigste Weg für einen Anstrich im Treppenhaus. Das Angebot ist allerdings filialabhängig, die Höhen sind begrenzt, und Sie transportieren und montieren selbst.
  2. Gerüstbauer und Mietpark – grössere Höhen, längere Dauer. Hier bekommen Sie geprüftes Material bis zur zulässigen Maximalhöhe, auf Wunsch mit Lieferung sowie Auf- und Abbau. Abgerechnet wird üblicherweise nach Plattformhöhe und Mietdauer, nicht nach Quadratmetern. Wie eine Gerüstmiete generell abläuft, steht unter Gerüst mieten.
  3. Kauf beim Fachhandel. Lohnt sich bei wiederkehrendem Bedarf in niedriger Höhe – siehe oben.

Was kostet ein Rollgerüst in der Miete?

Das hängt am Kanal. Die tageweise Miete im Baumarkt bewegt sich in einer ganz anderen Grössenordnung als ein über Wochen vorgehaltenes Gerüst vom Gerüstbauer. Für die tageweise Miete kleiner Fahrgerüste im Baumarkt oder bei der Landi bewegen Sie sich im zweistelligen Frankenbereich pro Tag, für eine Woche je nach Höhe und Anbieter grob bei 100 bis 300 CHF. Für die Miete beim Gerüstbauer, also grössere Höhen über längere Zeit, gelten als grobe Orientierung rund 200 bis 500 CHF pro Monat Vorhaltung, dazu Lieferung und Rücknahme.

Wichtig zur Einordnung: Ein Rollgerüst wird nicht pro Quadratmeter abgerechnet. Die Quadratmetersätze, die Sie in Gerüstofferten finden – rund 8 bis 11 CHF pro m² für Auf- und Abbau –, gelten für verankerte Standgerüste und lassen sich nicht auf ein Fahrgerüst übertragen. Diese Systematik erklärt die Seite Gerüstkosten.

Auch unser Richtpreis-Rechner rechnet Standgerüste, nicht Fahrgerüste. Er ist der richtige Weg, sobald sich herausstellt, dass Sie eine Fassade einrüsten müssen – und genau das ist häufiger der Fall, als die Leute zunächst annehmen.

Rollgerüst, Leiter oder Arbeitsbühne?

Das Rollgerüst sitzt zwischen zwei Nachbarn, und die Abgrenzung entscheidet oft schon, ob Sie überhaupt eines brauchen.

Gegenüber der Leiter gewinnt das Rollgerüst, sobald länger als ein paar Minuten gearbeitet wird, beide Hände im Einsatz sind oder Material auf die Arbeitsebene gehört. Die Leiter ist ein Zugangsmittel, kein Arbeitsplatz – wo genau die Grenze verläuft, klärt Leiter oder Gerüst.

Gegenüber der Hubarbeitsbühne gewinnt das Rollgerüst bei allem, was am selben Ort über Stunden stattfindet: Es kostet weniger, braucht keinen Bediener mit Ausweis und keine Aufstellfläche für Abstützungen. Die Arbeitsbühne lohnt sich dort, wo punktuell sehr hoch oder über Hindernissen gearbeitet wird – über einem Vordach, in einer Halle, an einer Fassade ohne Standfläche. Beides vermitteln wir nicht; wir rechnen Standgerüste.

Wann reicht ein Rollgerüst nicht mehr?

Das mobile Gerüst stösst an drei klare Grenzen. Sobald eine davon zutrifft, brauchen Sie ein verankertes Standgerüst:

  • Flächige Fassadenarbeiten. Eine ganze Hauswand streichen, dämmen oder verputzen heisst, das Rollgerüst dutzendfach zu versetzen. Das kostet mehr Zeit, als das Fassadengerüst an Miete kostet – und Sie erreichen die Ecken nie sauber.
  • Zu grosse Höhe. Über rund 8 m im Freien ist frei stehend Schluss.
  • Absturzkante am Dach. Dacharbeiten verlangen ein Auffanggerüst entlang der Traufe, das ein Rollgerüst nicht leisten kann – siehe Dachgerüst.

Für Malerarbeiten an einer ganzen Fassade zeigt die Seite Gerüst für Malerarbeiten die Rechnung im Detail. Welche Bauform zu Ihrem Vorhaben passt, ordnet die Übersicht der Gerüstarten ein.

Rollgerüst, Fahrgerüst, Klappgerüst: die Begriffe

  • Rollgerüst und Fahrgerüst meinen dasselbe. «Fahrgerüst» ist der normnahe Begriff – die SN EN 1004 spricht von fahrbaren Arbeitsbühnen –, «Rollgerüst» der umgangssprachliche. Ein technischer Unterschied steht nicht dahinter.
  • Mobiles und fahrbares Gerüst sind Oberbegriffe für jedes Gerüst auf Rollen. Wer «mobiles Gerüst mieten» sucht, meint praktisch immer ein Rollgerüst.
  • Alu-Rollgerüst ist keine eigene Bauart, sondern der Materialhinweis: Die meisten Rollgerüste bestehen aus Aluminium – leicht zu versetzen, rostfrei und trotzdem tragfähig.
  • Klappgerüst ist die kompakte Sonderform mit zusammenklappbarem Rahmen, geeignet bis rund 3 bis 4 m Arbeitshöhe. Für mehr Höhe oder eine grössere Standfläche nehmen Sie ein reguläres Rollgerüst.
  • Teleskop-Rollgerüst bezeichnet Systeme mit höhenverstellbaren Beinen, mit denen sich Treppenläufe und unebener Boden ausgleichen lassen.

Nicht zu verwechseln ist das Rollgerüst mit dem Treppenturm – einem reinen Aufstieg statt Arbeitsplatz – und dem Treppenhausgerüst, das an die Treppenwangen angepasst wird und stehen bleibt, statt zu rollen.

Sicher aufbauen und verschieben

Weil ein Rollgerüst nicht verankert ist, steht und fällt die Sicherheit mit dem Aufbau. Die Regeln sind kurz und gelten ausnahmslos:

  • Rollen feststellen, bevor jemand aufsteigt – alle vier.
  • Untergrund eben und tragfähig; Gefälle und weichen Boden mit Spindeln und Unterlagen ausgleichen.
  • Ausleger oder Ballast setzen, sobald die Aufbauanleitung es verlangt. Das ist der häufigste Fehler und die häufigste Kippursache.
  • Dreiteiliger Seitenschutz – Geländerholm, Zwischenholm, Bordbrett – an jeder Arbeitsebene; ab 2 m Absturzhöhe ist er Pflicht.
  • Aufstieg innen über die Leitern des Systems, nie über die Rahmen aussen.
  • Verschieben nur leer: niemand oben, keine losen Teile, keine Werkzeuge.
  • Vor jedem Aufstieg prüfen, ob alles vollständig und arretiert ist.

Wer das Gerüst mietet, erhält geprüftes Material und die passende Aufbauanleitung – nutzen Sie beides konsequent. Ein Fahrgerüst ist ausdrücklich für die Selbstmontage ausgelegt; das unterscheidet es vom verankerten Fassadengerüst, das in den Fachbetrieb gehört. Wo diese Grenze verläuft, behandelt Gerüst selber stellen oder Profi.

Häufige Fragen zum Rollgerüst

Welche Höhe brauche ich – Standhöhe oder Arbeitshöhe?

Bestellt wird nach Standhöhe, also der Höhe der obersten Plattform. Die Arbeitshöhe, also wie hoch Sie reichen, liegt rund 2 Meter darüber. Wer eine Decke auf 3 Metern bearbeiten will, braucht deshalb nur rund 1 Meter Standhöhe. Messen Sie die zu erreichende Höhe und ziehen Sie 2 Meter ab – ein zu hoch gewähltes Gerüst kostet mehr, braucht mehr Ballast und ist schwerer zu versetzen.

Wie hoch darf ein Rollgerüst sein?

Frei stehende Fahrgerüste sind im Freien auf rund 8 Meter Standhöhe begrenzt, in Innenräumen auf rund 12 Meter – draussen wirkt Wind auf das Gerüst. Massgebend sind Ballast, Ausleger und das Verhältnis von Standfläche zu Höhe nach SN EN 1004. Verbindlich ist immer die Aufbau- und Verwendungsanleitung des jeweiligen Systems.

Rollgerüst mieten oder kaufen?

Mieten lohnt sich für ein einzelnes Projekt, ab rund 4 Metern Arbeitshöhe und wenn Sie keinen Lagerplatz haben. Kaufen lohnt sich bei mehrmaligem Bedarf pro Jahr in niedriger Höhe, etwa für Hauswartung und Unterhalt – dann aber inklusive Wartung, Ersatzteilen und wiederkehrender Kontrolle. Für eine ganze Fassade ist beides die falsche Frage: Dort brauchen Sie ein verankertes Fassadengerüst.

Wo kann man ein Rollgerüst mieten?

Es gibt drei Wege. Grössere Baumärkte und viele Landi-Filialen vermieten kleine Fahr- und Klappgerüste tage- oder wochenendweise, filialabhängig und in begrenzter Höhe. Gerüstbauer und Mietparks vermieten bis zur zulässigen Maximalhöhe, auf Wunsch mit Lieferung sowie Auf- und Abbau. Der Fachhandel verkauft. Für kurze, niedrige Einsätze ist der Baumarkt am günstigsten, für Höhe und Dauer der Gerüstbauer.

Was kostet es, ein Rollgerüst zu mieten?

Das hängt vom Kanal ab. Die tageweise Baumarktmiete liegt in einer ganz anderen Grössenordnung als ein über Wochen vorgehaltenes Gerüst vom Gerüstbauer; dort gelten als grobe Orientierung rund 200 bis 500 Franken pro Monat Vorhaltung plus Lieferung und Rücknahme. Ein Rollgerüst wird nicht pro Quadratmeter abgerechnet – die üblichen 8 bis 11 CHF pro m² gelten für verankerte Standgerüste.

Lohnt sich ein gebrauchtes Rollgerüst?

Nur mit vollständigen Teilen und der zugehörigen Aufbau- und Verwendungsanleitung. Fehlt sie, lässt sich die zulässige Konfiguration nicht mehr belegen, und das Gerüst ist praktisch unbrauchbar. Fehlende Diagonalen, Ausleger oder Bordbretter einzeln nachzukaufen, kostet oft mehr als der vermeintliche Schnäppchenpreis.

Darf ich ein Rollgerüst selbst aufbauen?

Ja, ein Fahrgerüst ist ausdrücklich für die Selbstmontage ausgelegt – anders als ein verankertes Fassadengerüst. Wichtig sind ebener Untergrund, alle vier Rollen festgestellt, korrekt gesetzte Ausleger oder Ballast und vollständiger dreiteiliger Seitenschutz. Halten Sie sich strikt an die mitgelieferte Aufbauanleitung und prüfen Sie das Gerüst vor jedem Aufstieg.

Was ist der Unterschied zwischen Rollgerüst und Fahrgerüst?

Es gibt keinen. Beide Wörter meinen dasselbe mobile Gerüst auf feststellbaren Rollen. «Fahrgerüst» ist der normnahe Begriff aus der SN EN 1004 für fahrbare Arbeitsbühnen, «Rollgerüst» die umgangssprachliche Bezeichnung. In Offerten und Katalogen tauchen beide auf.

Doch eher eine ganze Fassade?

Wenn sich beim Durchlesen herausstellt, dass Sie flächig arbeiten, zu hoch hinaus wollen oder eine Absturzkante am Dach haben, ist das Rollgerüst nicht die Lösung. Beschreiben Sie in dem Fall Ihr Vorhaben im Richtpreis-Rechner – Länge, Breite, Traufhöhe und Standzeit – und Sie sehen in Sekunden eine Preisspanne fürs Standgerüst. Stimmt die Grössenordnung, fordern Sie mit einem Klick die verbindliche Offerte an; erstellt wird sie von einem Partner-Gerüstbauer.

Weiterführend

Was kostet Ihr Gerüst?

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