Dachfanggerüst
Ein Dachfanggerüst sichert Arbeiten am und unter dem Dach gegen Absturz. Es ist kein eigenständiges Gerüst, sondern die oberste, über die Traufe hinausgeführte Lage eines Fassadengerüsts: Diese Auffangebene steht etwas vor der Hausmauer und fängt Personen oder Werkzeug auf, die sonst über die Dachkante in die Tiefe stürzen würden. Wer ein Dach neu deckt, Ziegel ersetzt, Spenglerarbeiten ausführt oder eine Solaranlage montiert, kommt um diesen Fangschutz an der Dachkante in den meisten Fällen nicht herum. Was der Dach-Zuschlag für Ihr Vorhaben ungefähr ausmacht, sehen Sie sofort: Richtpreis mit Dachfanggerüst berechnen – kostenlos und unverbindlich.

Was ist ein Dachfanggerüst?
Ein Dachfanggerüst ist ein Fanggerüst an der Dachkante: Die oberste Belagebene des Fassadengerüsts wird so weit über die Traufe gezogen, dass sie als Auffangfläche dient. Steigt ein Dachdecker auf die Dachfläche und rutscht ab, landet er auf dieser Ebene statt am Boden. Dazu gehört ein erhöhter Schutzwandbereich – meist ein Drahtgeflecht oder Netz –, der über den Belag hinausragt und ein Abrollen über die Kante verhindert.
Massgebend ist die Lage relativ zur Dachfläche: Die Auffangebene darf nicht zu tief unter der Traufe liegen, sonst fehlt ihr die Schutzwirkung. Genau diese geometrische Abstimmung – Höhe des obersten Belags, Überstand vor der Wand, Schutzwandhöhe – plant der ausführende Gerüstbauer. Das Dachfanggerüst ergänzt also ein bestehendes Fassadengerüst um eine zusätzliche Sicherheitsfunktion an der oberen Kante.
Wann ist ein Dachfanggerüst Pflicht?
Ein Fangschutz an der Dachkante wird nötig, sobald an oder auf einem geneigten Dach gearbeitet wird und ein Absturz über die Traufe möglich ist. Die SUVA knüpft die Pflicht an zwei Grössen: die Dachneigung und die Absturzhöhe bis zum Boden. Bei flach geneigten Dächern reicht oft schon ein Seitenschutz an der Kante; je steiler das Dach und je höher die Traufe, desto eher ist ein vollwertiges Dachfanggerüst mit erhöhter Schutzwand verlangt.
Als grobe Orientierung gilt: Ab einer Dachneigung von rund 20 Grad und einer Absturzhöhe von mehr als drei Metern ist mit der Pflicht zu einem Fanggerüst zu rechnen. Die genauen Schwellen und die richtige Ausführung legt der Fachbetrieb anhand der konkreten Situation fest – Dachform, Vordachlänge und Untergrund spielen mit hinein. Welche Pflichten am Bau sonst noch gelten, ordnet die Übersicht zur Gerüstsicherheit nach SUVA ein.
Worauf wird das Dachfanggerüst aufgebaut?
In aller Regel entsteht das Dachfanggerüst nicht separat, sondern auf einem bereits stehenden Fassadengerüst. Der Gerüstbauer führt dessen oberste Lage über die Traufe hinaus und ergänzt sie um die Auffang- und Schutzwandelemente. Das spart Material und Zeit, weil die Verankerung, die Steher und die unteren Arbeitsebenen ohnehin vorhanden sind.
Dadurch hängen die Kosten eng mit dem Fassadengerüst zusammen: Wer für eine Dachsanierung einrüstet, zahlt zunächst die normale Gerüstfläche nach Traufhöhe und obendrauf die Zusatzpositionen für den Dachbereich. Wie sich der Grundpreis pro Quadratmeter zusammensetzt und welche Posten dazukommen, ist unter Gerüstkosten im Detail aufgeschlüsselt.
Was kostet das Dachfanggerüst zusätzlich?
Der Fangschutz an der Dachkante und die typischen Dach-Zusatzpositionen werden meist pro Laufmeter oder Höhenmeter abgerechnet – zusätzlich zur Grundfläche des Fassadengerüsts. Als Richtwerte gelten in der Schweiz:
- Spenglergänge (zusätzliche Belagebene für Spenglerarbeiten): etwa 18 bis 24 CHF pro Laufmeter
- Dachschutzwand (erhöhte Auffangwand an der Traufe): etwa 7 bis 14 CHF pro Laufmeter
- Giebelsicherung (Fangschutz an Ortgang und Giebelseite): etwa 18 bis 28 CHF pro Laufmeter
- Gerüstaufgang (Treppe oder Leiteraufstieg zur Dachebene): etwa 15 bis 25 CHF pro Höhenmeter
Diese Positionen kommen zu den Quadratmeterpreisen für das Fassadengerüst hinzu, die sich nach der Traufhöhe staffeln – grob 8 bis 40 CHF pro m². Für ein Einfamilienhaus mit Dacharbeiten bewegt sich der Dach-Zuschlag damit oft im Bereich einiger hundert Franken, je nach Traufenlänge und Anzahl der gesicherten Seiten. Es sind Richtwerte; den konkreten Betrag für Ihr Dach erhalten Sie, sobald Sie Ihre Masse in den Richtpreis-Rechner eingeben und Dacharbeiten als Vorhaben wählen.
Wofür wird ein Dachfanggerüst eingesetzt?
Überall dort, wo über mehrere Tage auf oder dicht unter dem Dach gearbeitet wird und die Dachkante eine Absturzgefahr darstellt. Typische Anlässe:
- Dachsanierung und Neueindeckung – Ziegel oder Platten abtragen und neu verlegen
- Spenglerarbeiten – Dachrinnen, Kehlen, Anschlüsse und Blechabdeckungen
- Solarmontage auf dem Schrägdach – die Module liegen nah an der Traufe
- Kamin- und Lukarnenarbeiten sowie Reparaturen an Dachfenstern
- Unterhalt – Moosentfernung, Kontrolle der Eindeckung, Ausbessern einzelner Ziegel
Für die Photovoltaik-Montage am Schrägdach lohnt sich ergänzend der Blick auf das passende Gerüst für die Solaranlage. Welche Bauart sonst noch in Frage kommt, zeigt die Übersicht aller Gerüstarten.
Sicherheit und Vorschriften beim Dachfanggerüst
Das Dachfanggerüst muss so dimensioniert sein, dass es eine stürzende Person sicher auffängt: Die Auffangebene liegt in definiertem Abstand unter der Traufe, die Schutzwand ragt ausreichend hoch über den Belag, und die ganze Konstruktion ist – wie das tragende Fassadengerüst – verankert und mit dreiteiligem Seitenschutz versehen. Der Abstand zwischen Dachkante und Auffangebene darf ein bestimmtes Mass nicht überschreiten, sonst entfällt die Schutzwirkung. Die verbindlichen Vorgaben zu Fanggerüsten und Absturzsicherung am Dach macht die SUVA.
Verantwortlich für die normgerechte Ausführung ist der ausführende Betrieb. Nach der Montage und nach wesentlichen Änderungen wird das Gerüst geprüft und freigegeben, bevor Dachdecker oder Spengler es betreten. Wer haftet, wenn etwas schiefgeht, und welche Prüfpflichten gelten, behandelt die Seite zur Gerüstsicherheit und den SUVA-Regeln.
Dachfanggerüst und Fassadengerüst – wo liegt der Unterschied?
Das Fassadengerüst ist das tragende Standgerüst entlang der ganzen Hauswand und ermöglicht Arbeiten über die gesamte Fassadenhöhe. Das Dachfanggerüst ist keine eigene Bauart, sondern dessen oberer Abschluss: die über die Traufe geführte Auffangebene plus Schutzwand. Ohne Fassadengerüst gibt es in der Praxis kein Dachfanggerüst – der Fang sitzt immer auf dem darunterliegenden Gerüst auf. Beim Einrüsten für eine Dachsanierung bestellen Sie also das Fassadengerüst nach Traufhöhe und ergänzen es um die Dachpositionen. Welche Kombination Ihr Projekt braucht, klärt der Gerüstbauer anhand Ihrer Angaben – eine erste Grössenordnung liefert der Richtpreis-Rechner.
Häufige Fragen zum Dachfanggerüst
Wann ist ein Dachfanggerüst Pflicht?
Ein Dachfanggerüst ist Pflicht, sobald an einem geneigten Dach gearbeitet wird und über die Traufe ein Absturz droht. Die SUVA macht es von Dachneigung und Absturzhöhe abhängig: Als grobe Orientierung ist ab rund 20 Grad Neigung und mehr als drei Metern Absturzhöhe mit der Pflicht zu rechnen. Die genaue Schwelle und Ausführung legt der Fachbetrieb fest.
Was kostet der Dach-Zuschlag zusätzlich zum Fassadengerüst?
Der Dach-Zuschlag wird pro Laufmeter oder Höhenmeter berechnet, zusätzlich zur Grundfläche. Richtwerte: Spenglergänge 18 bis 24 CHF pro Laufmeter, Dachschutzwand 7 bis 14 CHF pro Laufmeter, Giebelsicherung 18 bis 28 CHF pro Laufmeter, Gerüstaufgang 15 bis 25 CHF pro Höhenmeter. Für ein Einfamilienhaus summiert sich das oft auf einige hundert Franken.
Was ist der Unterschied zwischen Dachfanggerüst und Fassadengerüst?
Das Fassadengerüst ist das tragende Standgerüst entlang der Hauswand für Arbeiten über die ganze Fassadenhöhe. Das Dachfanggerüst ist keine eigene Bauart, sondern dessen oberste, über die Traufe geführte Lage mit Auffangebene und Schutzwand. Es sitzt immer auf einem Fassadengerüst auf und sichert die Dachkante gegen Absturz.
Braucht jedes Dach ein Dachfanggerüst?
Nein. Bei flach geneigten Dächern mit geringer Absturzhöhe genügt oft ein einfacher Seitenschutz an der Kante. Ein vollwertiges Dachfanggerüst mit erhöhter Schutzwand wird vor allem bei steileren Dächern und grösserer Traufhöhe verlangt. Ob es nötig ist, entscheidet der Gerüstbauer anhand von Dachneigung, Höhe und Dachform.
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