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Gerüstarten im Überblick

Welche Gerüstarten es gibt, hängt vor allem von der Arbeit ab: Fassade streichen, Dach sanieren, eine Solaranlage montieren oder nur kurz in der Höhe arbeiten. In der Schweiz haben sich einige Gerüsttypen etabliert, die sich in Aufbau, Sicherheit und Kosten klar unterscheiden. Diese Übersicht erklärt die wichtigsten Arten von Gerüsten, zeigt, welches Gerüst zu welchem Zweck passt, und nennt grobe Richtwerte. Für jede Gerüstart können Sie ausserdem direkt einen unverbindlichen Richtpreis berechnen.

Welche Gerüstarten gibt es?

Die wichtigsten Gerüstarten in der Schweiz sind das Fassadengerüst (das klassische Arbeitsgerüst entlang der Hauswand), das umlaufende Gerüst rund um das gesamte Gebäude, das Dachfanggerüst als Absturzsicherung bei Dacharbeiten, das Solar-/PV-Gerüst für die Photovoltaik-Montage sowie Industrie- und Spezialgerüste für anspruchsvolle Bauten. Dazu kommen mobile Rollgerüste und Treppentürme als Aufstieg. Welches Gerüst Sie brauchen, richtet sich nach Arbeit, Gebäude und Standzeit.

Diese Gerüsttypen lassen sich grob in drei Gruppen ordnen. Arbeitsgerüste wie das Fassaden- und das umlaufende Gerüst dienen als sichere Arbeitsplattform über die ganze Bauzeit. Schutzgerüste wie das Dachfanggerüst oder eine Absturzsicherung verhindern Stürze, ohne dass darauf dauerhaft gearbeitet wird. Mobile und Speziallösungen – Rollgerüst, Treppenturm, Einhausung oder Sonderkonstruktionen – decken Fälle ab, in denen ein festes Standgerüst zu aufwendig oder unpassend ist. Im Richtpreis-Rechner wählen Sie genau zwischen diesen Typen: Fassadengerüst, umlaufendes Gerüst, Dachfanggerüst, Solar-/PV-Gerüst, Industrie-/Spezialgerüst oder „Anderes".

Fassadengerüst

Das Fassadengerüst ist die meistgenutzte Gerüstart und steht als Arbeitsgerüst entlang einer oder mehrerer Hauswände. Es trägt Maler-, Putz-, Spengler- und Fassadenarbeiten und lässt sich mit Konsolen, Schutznetzen oder einem Dachfang ergänzen. Aufbau und Sicherheit folgen den SUVA-Vorgaben. Für die meisten Maler-, Renovations- und Fassadenarbeiten am Wohngebäude ist es die passende Wahl.

Umlaufendes Gerüst

Das umlaufende Gerüst führt rund um das ganze Gebäude und verbindet alle Trauf- und Giebelseiten zu einer durchgehenden Arbeitsplattform. Es eignet sich, wenn an allen Fassaden gleichzeitig gearbeitet wird – etwa bei einer Komplettsanierung oder einem Neubau. Im Vergleich zum einseitigen Fassadengerüst steigt die Gerüstfläche und damit der Preis, weil jede Gebäudeseite eingerüstet wird.

Dachfanggerüst

Das Dachfanggerüst ist ein Schutzgerüst und sichert Arbeiten am Dachrand gegen Absturz. Es wird auf Traufhöhe gesetzt und fängt Personen oder Material auf, bevor sie über die Kante stürzen. Bei Dachsanierungen, Spengler- und Eindeckarbeiten ist ein Dachfang ab einer gewissen Absturzhöhe Pflicht und wird meist mit einem Fassadengerüst kombiniert. Wie Sie ein Dach sicher einrüsten, erklärt der Gerüstbau-Ratgeber.

Solar-/PV-Gerüst

Das Solar-/PV-Gerüst schafft einen sicheren Zugang zum Dach für die Montage einer Photovoltaik-Anlage. Es kombiniert ein Fassadengerüst mit Dachfang und sicherem Dachaufstieg, sodass Module und Unterkonstruktion gefahrlos transportiert und befestigt werden können. Weil PV-Montagen oft nur wenige Tage bis Wochen dauern, ist die Standzeit hier meist kurz, was die Gerüstkosten im Verhältnis zur PV-Investition gering hält.

Rollgerüst

Das Rollgerüst (Fahrgerüst) ist ein mobiles Gerüst auf Rollen, das sich rasch versetzen lässt. Es eignet sich für punktuelle, kurze Arbeiten in der Höhe – etwa eine einzelne Lampe, einen Anstrich im Innenraum oder eine Reparatur. Statt das ganze Gebäude einzurüsten, fahren Sie das Gerüst dorthin, wo gearbeitet wird. Für grössere Flächen oder lange Standzeiten ist ein festes Fassadengerüst die bessere Wahl.

Treppenturm

Der Treppenturm ist ein Personenaufstieg und sorgt für einen sicheren, bequemen Zugang zur Arbeitsplattform. Bei längeren Standzeiten oder häufigem Materialtransport ersetzt er Leitern und reduziert die Sturzgefahr beim Auf- und Absteigen. Treppentürme werden meist als Ergänzung zu einem Fassaden- oder umlaufenden Gerüst eingeplant.

Industrie- und Spezialgerüst

Industrie- und Spezialgerüste decken alles ab, was über das Standardgerüst hinausgeht: Hängegerüste an Brücken oder Decken, Raumgerüste in Hallen, Schutzgerüste über Verkehrswegen oder Einhausungen mit Wetterschutzdach. Solche Konstruktionen werden für jede Baustelle einzeln geplant. Passt Ihr Vorhaben in keine Standardkategorie, wählen Sie im Rechner den Typ „Industrie-/Spezialgerüst" oder „Anderes" und beschreiben das Projekt.

Welches Gerüst für welchen Zweck?

Welches Gerüst Sie brauchen, ergibt sich aus der geplanten Arbeit: Für Fassaden- und Malerarbeiten genügt ein einseitiges oder mehrseitiges Fassadengerüst, für eine Komplettsanierung ein umlaufendes Gerüst, für Dacharbeiten ein Fassadengerüst mit Dachfang, für die PV-Montage ein Solar-/PV-Gerüst. Kurze, punktuelle Arbeiten lösen Sie mit einem Rollgerüst, einen sicheren Aufstieg mit einem Treppenturm. Im Zweifel hilft die folgende Zuordnung.

  • Fassade streichen oder verputzen: Fassadengerüst über die betroffenen Seiten.
  • Ganzes Haus sanieren: umlaufendes Gerüst rund um alle Trauf- und Giebelseiten.
  • Dach neu eindecken oder sanieren: Fassadengerüst kombiniert mit einem Dachfanggerüst.
  • Solaranlage montieren: Solar-/PV-Gerüst mit sicherem Dachzugang.
  • Kurze Arbeiten in der Höhe: Rollgerüst statt kompletter Einrüstung.
  • Sicherer Aufstieg über längere Zeit: Treppenturm als Personenaufstieg.

Wenn Sie sich für eine Gerüstart entschieden haben, können Sie den Richtpreis für Ihre Gerüstart berechnen – mit Ihren Massen erhalten Sie sofort einen groben Richtwert.

Was kostet ein Gerüst?

Was ein Gerüst kostet, hängt von der Gerüstfläche, dem Gerüsttyp, der Standzeit und allfälligen Zuschlägen ab. Als Richtwert liegt ein Fassadengerüst bei Gebäuden bis 8 m Höhe bei rund CHF 8.– bis 10.– pro Quadratmeter, bei höheren Bauten entsprechend mehr. Ein Einfamilienhaus komplett einzurüsten kostet typischerweise etwa CHF 3'000.– bis 8'000.–. Das sind Richtwerte, keine Offerte.

Die Gerüstfläche berechnet sich pro Gebäudeseite aus der Länge plus rund 2 m Ecküberstand, multipliziert mit der Traufhöhe – getrennt für Trauf- und Giebelseiten und am Ende addiert. Der Quadratmeterpreis deckt Auf- und Abbau sowie die erste Mietperiode ab. Für jeden weiteren Monat fällt eine Miete an, als Richtwert rund CHF 0.60 bis 2.– pro Quadratmeter und Monat. Dazu kommen je nach Projekt eine Baustelleneinrichtung sowie mögliche Zuschläge für erschwerte Zugänglichkeit, grosse Höhe oder Wetterschutz. Eine ausführliche Aufschlüsselung mit Beispielen finden Sie auf der Übersicht zu den Gerüstkosten in der Schweiz.

Genauer wird es mit Ihren eigenen Zahlen: Geben Sie Länge, Breite, Traufhöhe und die gewünschte Standzeit ein, wählen Sie die Gerüstart – und Sie erhalten einen Sofort-Richtwert für Ihr Projekt.

Häufige Fragen zu Gerüstarten

Welche Gerüstart ist die häufigste?

Die häufigste Gerüstart ist das Fassadengerüst, das klassische Arbeitsgerüst entlang der Hauswand. Es kommt bei den meisten Fassaden-, Maler- und Spenglerarbeiten zum Einsatz und lässt sich mit einem Dachfanggerüst, Konsolen oder Schutznetzen ergänzen. Für die Montage einer Solaranlage wird daraus ein Solar-/PV-Gerüst, bei einer Rundum-Sanierung ein umlaufendes Gerüst.

Was ist der Unterschied zwischen Arbeits- und Schutzgerüst?

Ein Arbeitsgerüst dient als Plattform, auf der über die ganze Bauzeit gearbeitet wird – etwa das Fassaden- oder das umlaufende Gerüst. Ein Schutzgerüst verhindert dagegen Stürze, ohne dass darauf gearbeitet wird; typisch ist das Dachfanggerüst, das bei Dacharbeiten den Dachrand sichert. Viele Baustellen kombinieren beide: Fassadengerüst als Arbeitsplattform plus Dachfang als Absturzsicherung.

Welches Gerüst braucht man für eine Solaranlage?

Für die Montage einer Solaranlage braucht es ein Solar-/PV-Gerüst: ein Fassadengerüst mit Dachfang und sicherem Dachaufstieg, damit Module und Unterkonstruktion gefahrlos ans Dach gelangen. Weil PV-Montagen meist nur Tage bis wenige Wochen dauern, fällt die Standzeit kurz aus, was die Gerüstkosten überschaubar hält.

Reicht ein Rollgerüst statt eines festen Gerüsts?

Ein Rollgerüst reicht für kurze, punktuelle Arbeiten in der Höhe, etwa eine einzelne Reparatur oder einen kleinen Anstrich. Für grössere Flächen, lange Standzeiten oder Arbeiten über mehrere Gebäudeseiten ist ein festes Fassaden- oder umlaufendes Gerüst sicherer und meist wirtschaftlicher. Das mobile Rollgerüst spart den Vollaufbau, bietet aber weniger Arbeitsfläche.

Wie finde ich heraus, was meine Gerüstart kostet?

Den schnellsten Anhaltspunkt liefert der Richtpreis-Rechner: Sie geben Länge, Breite, Traufhöhe und Standzeit ein und wählen die Gerüstart – Fassaden-, umlaufendes, Dachfang-, Solar-/PV- oder Industrie-/Spezialgerüst. Daraus entsteht sofort ein grober Richtwert. Den Ablauf eines fachgerechten Aufbaus zeigt der Artikel Gerüst aufbauen. Den Richtpreis jetzt unverbindlich berechnen.

Weiterführend

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