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Gerüst aufbauen

Ein Gerüst aufbauen heisst nicht, ein paar Stangen aneinanderzustecken: Jeder Steher steht auf einer ausgerichteten Fussplatte, jede Ebene ist ausgesteift und in der Wand verankert, jede Arbeitslage hat dreiteiligen Seitenschutz. Der Ablauf folgt einer festen Reihenfolge – vom Untergrund bis zur Freigabe – und gehört in die Hand eines Fachbetriebs. Diese Seite zeigt Schritt für Schritt, wie ein Gerüst korrekt montiert wird, was Sie als Auftraggeber vorbereiten und wie lange das dauert. Wie viel das Stellen für Ihr Objekt ungefähr kostet, sehen Sie vorab im Richtpreis-Rechner – ohne Anmeldung.

Gerüstmontage an einer Hausfassade
Abb. — Aufbau eines Fassadengerüsts Ebene für Ebene

Gerüst aufbauen: der Ablauf in acht Schritten

Der fachgerechte Gerüstaufbau läuft von unten nach oben und immer in derselben Logik ab. Erst steht die Basis, dann wächst das Gerüst Lage für Lage in die Höhe, zum Schluss wird gesichert und geprüft. So sieht der Ablauf beim Stellen eines Fassadengerüsts aus:

  1. Untergrund prüfen und Fussplatten setzen. Der Boden muss tragfähig und eben sein. Auf weichem Grund kommen Unterlagshölzer oder Bohlen unter die Fussplatten, damit nichts einsinkt. Die Spindeln der Fussplatten gleichen Höhenunterschiede aus, sodass die erste Lage exakt waagrecht steht.
  2. Steher stellen und lotrecht ausrichten. Auf die Fussplatten kommen die Vertikalrahmen oder Steher. Sie werden mit der Wasserwaage senkrecht ausgerichtet – nur ein lotrechter Steher trägt die Last sauber nach unten ab.
  3. Riegel und Beläge einlegen. Horizontale Riegel verbinden die Steher, darauf liegen die durchgehenden Gerüstböden. Die Beläge werden vollflächig ausgelegt und gegen Abheben gesichert, damit eine trittsichere Arbeitsebene entsteht.
  4. Diagonalen und Aussteifung setzen. Schrägstreben in der Gerüstebene halten das Feld in Form und nehmen seitliche Kräfte auf. Ohne Aussteifung würde sich das Gerüst verschieben – die Diagonalen machen aus einzelnen Feldern ein steifes Tragwerk.
  5. In der Wand verankern. Das Gerüst wird in festgelegten Abständen mit Ankern an der Fassade befestigt. Die Verankerung verhindert das Kippen und überträgt Wind- und Nutzlasten in die Wand. Lage und Anzahl der Anker richten sich nach Gerüsthöhe und Belastung.
  6. Seitenschutz montieren. An jeder Arbeitslage kommt dreiteiliger Seitenschutz: Geländerholm, Zwischenholm und Bordbrett. Ab zwei Metern Absturzhöhe ist dieser Schutz vorgeschrieben und schützt vor Sturz und herabfallendem Material.
  7. Aufgang einrichten. Ein sicherer Zugang entsteht über Innenleitern mit Durchstiegsluken oder über einen Treppenturm. So gelangen Handwerker und Material gefahrlos auf jede Ebene, ohne aussen am Gerüst zu klettern.
  8. Prüfen und freigeben. Vor der Übergabe kontrolliert der Betrieb Standsicherheit, Verankerung, Beläge und Seitenschutz und gibt das Gerüst frei. Eine sichtbare Kennzeichnung am Aufgang zeigt an, dass das Gerüst benutzt werden darf.

Was Sie als Auftraggeber vorbereiten

Der eigentliche Aufbau ist Sache des Gerüstbauers – Ihre Aufgabe ist es, die Baustelle zugänglich zu machen. Je besser der Platz vorbereitet ist, desto zügiger steht das Gerüst und desto weniger Zusatzaufwand wird verrechnet. Worauf es ankommt:

  • Freier Zugang rund ums Gebäude. Sträucher zurückschneiden, Gartenmöbel, Velos und Töpfe wegräumen, parkierte Fahrzeuge umstellen. Entlang der Fassade braucht es einen durchgehenden Streifen von rund einem Meter.
  • Stellfläche für die Lieferung. Das Gerüstmaterial kommt mit dem Lastwagen. Ein Halteplatz möglichst nah am Objekt verkürzt die Tragwege.
  • Tragfähiger Untergrund. Lockerer Kies oder weicher Rasen unter den Fussplatten ist ungünstig; weisen Sie auf Schächte, Lichtschächte oder Hohlräume hin, die nicht belastet werden dürfen.
  • Bewilligung organisieren. Reicht das Gerüst auf Trottoir, Strasse oder öffentlichen Grund, braucht es eine Bewilligung der Gemeinde. Meist kümmert sich der Betrieb darum – Details dazu klärt die Seite zur Bewilligung fürs Gerüst in der Schweiz.

Den Aufbau selbst sollten Sie nicht übernehmen. Welche Arbeiten Sie sinnvoll abgeben und welche heikel sind, behandelt der Vergleich Gerüst selber stellen oder Profi beauftragen.

Wie lange dauert der Aufbau?

Ein Fassadengerüst am Einfamilienhaus steht meist in einem halben bis ganzen Tag. Massgebend sind Gerüstfläche, Höhe, Zugänglichkeit und ob das Gerüst umlaufend oder nur an einer Seite nötig ist. Bei grösseren Liegenschaften oder schwierigem Gelände dauert die Montage entsprechend länger, ebenso wenn Treppentürme, Wetterschutzdächer oder Sonderkonstruktionen dazukommen. Wie sich die Dauer im Detail zusammensetzt und welche Faktoren sie verlängern, lesen Sie unter Dauer des Gerüstaufbaus.

Planen Sie zwischen Auftragsbestätigung und Aufbau einige Werktage Vorlauf ein, gerade in der Bausaison von Frühling bis Herbst. Wer früh anfragt, sichert sich den Wunschtermin und vermeidet Leerlauf zwischen den Gewerken.

Ein Praxistipp zur Terminierung: Stimmen Sie den Aufbau mit dem nachfolgenden Gewerk ab. Steht das Gerüst, beginnt die Mietdauer zu laufen – jeder Tag, an dem Maler, Dachdecker oder Solarmonteur noch nicht anrücken, kostet Standzeit, ohne dass gearbeitet wird. Ein knapp getakteter Ablauf hält die Mietdauer kurz und den Endpreis tief.

Verankerung und Sicherheit

Die Verankerung ist der sicherheitskritische Teil jedes Aufbaus. Sie hält das Gerüst an der Wand, verhindert das Kippen und leitet Wind- und Nutzlasten in die Fassade ab. Abstände, Anzahl und Position der Anker ergeben sich aus Gerüsthöhe, Belastung und Untergrund – das gehört in Fachhände und ist der Hauptgrund, warum man ein Gerüst nicht improvisieren sollte. Ebenso wichtig sind vollflächige, trittsichere Beläge, dreiteiliger Seitenschutz ab zwei Metern Absturzhöhe und ein gesicherter Aufgang über Innenleiter oder Treppenturm.

Die verbindlichen Anforderungen an Aufbau, Verankerung und Seitenschutz macht in der Schweiz die SUVA mit ihren Vorgaben für Gerüstbau. Sie regelt unter anderem die Absturzsicherung, die Belagsicherung und die Prüfung vor der Freigabe. Verantwortlich für den normgerechten Aufbau ist der ausführende Betrieb; was bei der Sicherheit am Gerüst konkret gilt, fasst die Seite Gerüstsicherheit nach SUVA-Vorgaben zusammen. Auch deshalb gehört das Stellen eines Gerüsts in fachkundige Hände und nicht in Eigenregie.

Wer das Gerüst später nutzt – etwa der Maler oder Dachdecker –, übernimmt es im freigegebenen Zustand und darf nichts daran verändern. Einzelne Beläge zu entfernen, Anker zu lösen oder den Seitenschutz abzubauen, um Material durchzureichen, hebelt die Sicherheit aus und ist nicht zulässig. Nötige Anpassungen führt der Gerüstbauer aus und gibt das Gerüst danach erneut frei. Diese klare Trennung zwischen Aufbau durch den Fachbetrieb und Nutzung durch die Handwerker ist kein Formalismus, sondern der Kern der Gerüstsicherheit.

Welche Gerüstart wird so aufgebaut?

Der hier beschriebene Ablauf gilt für das klassische Fassadengerüst entlang der Hauswand, das meistverwendete Arbeitsgerüst am Bau. Andere Gerüstarten folgen denselben Grundprinzipien – tragfähige Basis, Aussteifung, Sicherung –, unterscheiden sich aber im Detail: Ein Rollgerüst steht frei auf Rollen und wird nicht verankert, ein Treppenturm dient allein dem Zugang, ein Wetterschutz wird zusätzlich eingehaust. Welche Konstruktion Ihr Vorhaben braucht und mit welchem Richtwert Sie rechnen müssen, zeigt Ihnen direkt der Richtpreis-Rechner, sobald Sie Ihre Masse eingeben.

Häufige Fragen zum Gerüstaufbau

Kann ich ein Gerüst selbst aufbauen?

Bei niedrigen Arbeitsbühnen bis zwei Meter ist das vertretbar, bei einer ganzen Fassade nicht. Sobald Höhe, Verankerung und Seitenschutz ins Spiel kommen, gelten die SUVA-Vorgaben, und die Verantwortung für die Standsicherheit liegt bei Ihnen. Ein falsch verankertes oder ausgesteiftes Gerüst ist lebensgefährlich. Den Aufbau eines Fassaden- oder Dachgerüsts übernimmt darum ein Fachbetrieb.

In welcher Reihenfolge wird ein Gerüst aufgebaut?

Der Aufbau läuft immer von unten nach oben: zuerst Untergrund prüfen und Fussplatten setzen, dann Steher lotrecht stellen, Riegel und Beläge einlegen, Diagonalen zur Aussteifung setzen, in der Wand verankern, Seitenschutz montieren und einen Aufgang einrichten. Zum Schluss wird das Gerüst geprüft und freigegeben. Jede Lage ist fertig gesichert, bevor die nächste daraufkommt.

Wie lange dauert es, bis das Gerüst steht?

Ein Fassadengerüst am Einfamilienhaus steht meist in einem halben bis ganzen Tag. Die Dauer hängt von Fläche, Höhe, Zugänglichkeit und Sonderelementen wie Treppentürmen ab. Grössere oder schwer zugängliche Objekte brauchen länger. Zwischen Auftrag und Aufbau sollten Sie einige Werktage Vorlauf einplanen, in der Hochsaison eher mehr.

Was muss ich vor dem Aufbau vorbereiten?

Sie sorgen für freien Zugang rund ums Gebäude, räumen Pflanzen, Möbel und Fahrzeuge weg und stellen einen tragfähigen Untergrund sicher. Eine Haltefläche für den Lieferwagen hilft. Reicht das Gerüst auf öffentlichen Grund, ist eine Bewilligung nötig, die meist der Betrieb organisiert. Den Aufbau selbst übernimmt der Gerüstbauer.

Richtpreis fürs Gerüst berechnen

Bevor das Gerüst steht, lohnt sich der Blick auf die Grössenordnung. Geben Sie Gerüsttyp und die Masse Ihres Objekts ein, und Sie erhalten in Sekunden einen unverbindlichen Richtwert fürs Gerüststellen. Passt der Rahmen, fordern Sie mit einem Klick die verbindliche Offerte an – den Aufbau plant und führt dann ein Partner-Gerüstbauer normgerecht aus.

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