Gerüst für die Fassadendämmung
Für eine Fassadendämmung – die nachträgliche Aussendämmung der Gebäudehülle mit einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) – braucht es ein Fassadengerüst, das anders geplant wird als für einen blossen Anstrich. Weil auf die Wand eine dicke Dämmschicht kommt, steht das Gerüst von Anfang an weiter weg von der Fassade, trägt mehr Material und bleibt deutlich länger stehen. Was das Gerüst für Ihre Dämmung ungefähr kostet, sehen Sie in einer Minute: Richtpreis fürs Dämmgerüst berechnen – unverbindlich und kostenlos.
Diese Seite ordnet das Gerüst rund um den Anlass Aussendämmung ein: welche Besonderheiten ein Dämmgerüst hat, womit Sie bei Kosten und Standzeit rechnen und wie der Ablauf aussieht. Die Angaben sind Richtwerte zur Orientierung. Die Dämmung selbst – Platten, Kleber und Verputz – rechnet der Fassadenbauer separat ab; hier geht es allein um das Gerüst.
Welches Gerüst braucht man für die Fassadendämmung?
Für eine Aussendämmung braucht man ein verankertes Fassadengerüst der Lastklasse 3, das rundum an allen gedämmten Seiten aufgebaut wird. Es muss Dämmplatten, Kleber und Verputz auf der Arbeitsbühne tragen und jede Stelle der Wand über mehrere Ebenen sicher zugänglich machen. Ein Rollgerüst oder eine Leiter genügt nicht – eine WDVS-Fassade wird über Wochen und Lage für Lage bearbeitet.
Geht es nur um Anstrich oder Verputz ohne Dämmung, beschreibt die Seite Gerüst für die Fassadenrenovation den allgemeinen Fall. Das Dämmgerüst unterscheidet sich davon in einem entscheidenden Punkt: dem Abstand zur Wand.
Warum braucht ein Dämmgerüst mehr Abstand zur Wand?
Weil auf die bestehende Wand noch rund 14 bis 30 cm Dämmung aufgebaut werden, muss das Gerüst diesen Zuwachs von Beginn an einplanen und steht entsprechend weiter weg. Zugleich darf der Abstand zwischen Belag und fertiger Fassade aus Sicherheitsgründen nie mehr als etwa 30 cm betragen – sonst entsteht eine Absturzlücke. Der Gerüstbauer löst das mit Innenkonsolen oder einem doppelten Innengeländer, das den Zwischenraum sichert.
Diese Konstellation macht das Dämmgerüst aufwendiger als ein reines Anstrichgerüst: Der grössere Wandabstand kostet Fläche und Material, und der Innenschutz muss über die ganze Standzeit bleiben, weil der Abstand auch nach dem Aufdoppeln gross ist. Die verbindlichen Vorgaben zu Abstand, Seitenschutz und Verankerung hält die SUVA für Gerüste und Absturzsicherung fest; verantwortlich für den normgerechten Aufbau ist der ausführende Betrieb.
| Merkmal | Gerüst für Anstrich | Gerüst für Aussendämmung (WDVS) |
|---|---|---|
| Abstand zur Wand | knapp, direkt an der Fassade | grösser – Platz für 14–30 cm Dämmstoff |
| Innenschutz | einfaches Innengeländer | oft Innenkonsolen / doppeltes Innengeländer |
| Lastklasse | meist Klasse 3 | mindestens Klasse 3 (Material auf der Bühne) |
| Typische Standzeit | einige Wochen | rund 2 bis 4 Monate (WDVS mit Trockenzeiten) |
Was kostet das Gerüst bei einer Fassadendämmung?
Die Gerüstkosten richten sich vor allem nach der Gerüstfläche in Quadratmetern und der Standzeit. Als Orientierung gelten in der Schweiz folgende Richtwerte pro Quadratmeter, inklusive Auf- und Abbau und erster Mietperiode:
- Niedrige Fassaden bis rund 8 m Höhe: etwa 8 bis 10 CHF pro m²
- Mittlere Höhen bis rund 16 m: etwa 12 bis 18 CHF pro m²
- Hohe Gebäude über 16 m: etwa 20 bis 40 CHF pro m²
Dazu kommt die einmalige Baustelleneinrichtung, beim Einfamilienhaus rund 350 bis 900 CHF. Ein rundum eingerüstetes Einfamilienhaus liegt damit als Ausgangswert bei etwa 3'000 bis 8'000 CHF – bei einer Dämmung eher am oberen Rand, weil das Gerüst länger steht und der grössere Wandabstand mehr Fläche ergibt. Wie sich der Quadratmeterpreis zusammensetzt, lesen Sie unter Fassadengerüst-Kosten im Detail. Den konkreten Richtwert für Ihr Gebäude erhalten Sie sofort über den Richtpreis-Rechner, wenn Sie Ihre Masse und die geplante Standzeit eingeben. Die Kosten der Dämmung selbst kommen separat dazu.
Wie lange steht das Gerüst bei einer Aussendämmung?
Deutlich länger als bei einem Anstrich. Ein WDVS wird in mehreren Schritten aufgebaut – Platten kleben, dübeln, armieren, verputzen und zum Schluss streichen – und zwischen den Schritten braucht es Trockenzeiten. Realistisch steht das Gerüst darum rund 2 bis 4 Monate, je nach Fläche, Witterung und Tempo der Handwerker.
Weil die Standzeit den Preis stark beeinflusst, lohnt es sich, sie realistisch anzugeben. In der Miete ist eine Standard-Standzeit enthalten; jede Woche darüber hinaus kostet als Mehrmiete rund 160 bis 410 CHF oder 0.60 bis 2.– CHF pro m² und Monat. Stimmen Sie den Zeitplan vorab mit dem Fassadenbauer ab, damit das Gerüst nicht länger als nötig steht.
Fassadendämmung und Förderung – zählt das Gerüst dazu?
Eine Aussendämmung ist eine energetische Sanierung und in der Schweiz oft förderfähig. Bund und Kantone unterstützen den Ersatz oder die Verbesserung der Gebäudehülle über Das Gebäudeprogramm, abgewickelt über den Wohnkanton. Das Gerüst gehört zu den Kosten der Sanierung; ob und in welchem Umfang es in die Förderberechnung einfliesst, richtet sich nach dem kantonalen Programm und dem Gebäudeenergieausweis (GEAK).
Klären Sie die Förderung vor Baubeginn mit dem kantonalen Programm ab, denn ein Gesuch muss in der Regel vor dem Start eingereicht werden. Wir erstellen den neutralen Richtpreis fürs Gerüst; die Förderberatung übernimmt die kantonale Stelle oder Ihr Energieberater.
Ablauf: von der Einrüstung bis zum Schlussanstrich
Zuerst stellt der Gerüstbauer das Gerüst mit dem passenden Wandabstand und dem Innenschutz. Danach arbeitet der Fassadenbauer die Dämmung ab – kleben, dübeln, armieren, verputzen – und zum Schluss folgt der Deckanstrich. Erst wenn alle Schichten trocken und fertig sind, wird das Gerüst abgebaut. Als Auftraggeber sorgen Sie für freien Zugang rund ums Gebäude und einen Stellplatz für das Lieferfahrzeug.
Reicht das Gerüst auf Trottoir oder öffentlichen Grund, braucht es eine Bewilligung der Gemeinde – wann das gilt, erklärt die Seite Gerüst-Bewilligung in der Schweiz. Sie wird meist vom Gerüstbauer organisiert.
Häufige Fragen zum Gerüst bei der Fassadendämmung
Warum ist ein Gerüst für die Dämmung teurer als für einen Anstrich?
Vor allem wegen der Standzeit: Eine Aussendämmung dauert mit allen Schichten und Trockenzeiten rund 2 bis 4 Monate, ein Anstrich nur einige Wochen. Dazu kommt der grössere Wandabstand, der mehr Gerüstfläche und einen zusätzlichen Innenschutz nötig macht. Beides erhöht den Richtpreis gegenüber einem einfachen Renovationsgerüst.
Wie gross ist der Abstand zwischen Gerüst und gedämmter Fassade?
Der Abstand zwischen Belag und fertiger Fassade darf aus Sicherheitsgründen nie mehr als rund 30 cm betragen. Weil die Dämmung 14 bis 30 cm aufträgt, plant der Gerüstbauer diesen Zuwachs ein und sichert den Zwischenraum mit Innenkonsolen oder einem doppelten Innengeländer.
Wie lange muss das Gerüst bei einer Aussendämmung stehen?
Realistisch rund 2 bis 4 Monate, weil ein Wärmedämmverbundsystem in mehreren Schritten mit Trockenzeiten aufgebaut wird. Geben Sie die geplante Dauer im Rechner an, damit der Richtpreis die Standzeit und eine allfällige Mehrmiete realistisch abbildet.
Ist das Gerüst bei einer energetischen Sanierung förderfähig?
Eine Aussendämmung ist über Das Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen oft förderfähig, und das Gerüst zählt zu den Sanierungskosten. Ob es direkt in die Förderung einfliesst, hängt vom kantonalen Programm ab. Klären Sie das Gesuch vor Baubeginn mit der kantonalen Stelle.
Richtpreis fürs Dämmgerüst berechnen
Beschreiben Sie Ihr Vorhaben – die Masse Ihrer Fassade, die geplante Standzeit und ein paar Fotos genügen – und Sie erhalten sofort einen unverbindlichen Richtpreis für Ihr Dämmgerüst. Passt die Grössenordnung, fordern Sie mit einem Klick die verbindliche Offerte an. Den Richtpreis sehen Sie in Sekunden; die definitive Offerte erstellt ein Partner-Gerüstbauer auf Basis Ihrer Angaben.