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Was kostet ein Gerüst pro Quadratmeter?

Ein Gerüst kostet in der Schweiz als Richtwert rund 15 bis 22 CHF pro m² Gerüstfläche – alles inbegriffen: Auf- und Abbau, Baustelleneinrichtung, Grundmiete und Mehrwertsteuer. Beim Einfamilienhaus liegen die meisten Projekte bei 17 bis 23 CHF/m², bei Mehrfamilienhäusern bei 15 bis 22 CHF/m² – grosse Flächen werden pro m² günstiger, weil sich die Fixkosten verteilen. Über 16 m Höhe oder 1'500 m² gibt es keinen automatischen Richtwert, sondern eine individuelle Offerte. Den Wert für Ihr Objekt berechnen Sie hier in wenigen Sekunden – kostenlos und unverbindlich.

Objekttypische Gerüstflächem²-Preis all-intypisches Total
Einfamilienhausrund 80 – 400 m²17.– bis 23.– CHF/m²2'500 – 8'500 CHF
Mehrfamilienhausrund 700 – 1'500 m²15.– bis 22.– CHF/m²ab ca. 15'000 CHF
über 16 m Höhe oder über 1'500 m²individuellOfferte nach Besichtigung

Richtwerte inkl. MwSt. für ein komplett gestelltes Gerüst – keine Offerte.

Achtung, es gibt zwei verschiedene m²-Preise. In Offerten steht meist ein deutlich tieferer Wert – der reine Auf-/Abbau-Satz von 8 bis 11 CHF/m². Baustelleneinrichtung und Miete kommen dort separat dazu. Wer diesen Satz mit einem All-in-Preis vergleicht, vergleicht Äpfel mit Birnen. Diese Seite erklärt beide Grössen, zeigt wie die Gerüstfläche gerechnet wird und wie Sie zwei Offerten sauber gegeneinanderhalten. Alle Zahlen sind Richtwerte zur Orientierung, keine Offerte.

Was im m²-Preis enthalten ist – und was nicht

Der Quadratmeterpreis ist ein gebündelter Tarif: Er deckt das ab, was an jedem Quadratmeter Gerüst gleich anfällt. Nicht enthalten sind dagegen die einmaligen und die zeitabhängigen Posten – die werden separat gerechnet. Diese Trennung ist der häufigste Stolperstein beim Offertenvergleich.

Im m²-Satz enthalten:

  • Auf- und Abbau, also Montage und Demontage am Objekt
  • das Gerüstmaterial selbst, gestellt für die Dauer der Baustelle
  • Verankerung in der Wand und der dreiteilige Seitenschutz je Ebene
  • vollflächige, trittsichere Beläge auf jeder Gerüstlage

Separat gerechnet, nicht im m²-Satz:

  • die Baustelleneinrichtung (An- und Abtransport, Einrichten) – beim Einfamilienhaus rund 250 bis 450 CHF, bei grösseren Objekten 900 bis 2'500 CHF
  • das Vorhalten (die Miete) – gerechnet ab dem ersten Monat, üblicherweise als Prozentsatz des Auf-/Abbaupreises pro Monat Standzeit
  • Zusatzteile wie Spenglergänge, Dachschutzwand, Treppenturm oder eine Einhausung
  • der Gerüstaufgang, meist pro Höhenmeter gerechnet

Eine kostenlose erste Mietperiode gibt es in der Regel nicht: Sobald das Gerüst steht, läuft die Miete. Wer eine Offerte liest, in der „inkl. Miete" steht, sollte nachfragen, für wie viele Wochen genau.

Wer nur auf den m²-Satz schaut, vergleicht also nur einen Teil. Wie sich der volle Preis aus all diesen Posten zusammensetzt, zeigt die Übersicht der Gerüstkosten in der Schweiz.

Der reine Auf-/Abbau-Satz nach Gerüstfläche

Der wichtigste Hebel beim Quadratmeterpreis ist die Gerüstfläche – nicht die Höhe. Auswertungen abgerechneter Gerüstprojekte zeigen: Bei Traufhöhen von 6 bis über 15 m bleibt der Satz nahezu gleich. Die Höhe verteuert stattdessen die Nebenpositionen wie Treppenmeter, Abstützungen und Vorhaltezeit. Grosse Flächen werden pro m² sogar günstiger, weil sich die Fixkosten verteilen. Die folgende Tabelle zeigt den nackten Auf-/Abbau-Satz, also die Position, die in einer Offerte als m²-Preis auftaucht. Einrichtung, Vorhalten und Zusatzteile kommen darauf noch dazu – zusammen ergibt das die All-in-Werte aus der Tabelle oben.

Flächenklassereiner m²-SatzGeltungsbereich der Einheit
unter 100 m²9.– bis 11.– CHF/m²kleine Teilfläche, etwa eine Fassadenseite
100 bis 500 m²8.– bis 9.– CHF/m²übliches Wohnhaus, Standardfall
über 500 m²7.50 bis 8.50 CHF/m²grosses Objekt, Mengeneffekt

Reiner Auf-/Abbau-Satz pro m² Gerüstfläche, ohne Einrichtung, Vorhalten und MwSt. – keine Offerte. Als Faustregel liegt der All-in-Preis etwa beim Anderthalb- bis Doppelten dieses Satzes. Den Wert für Ihre Höhe ermittelt der Richtpreis-Rechner.

Die Spanne innerhalb einer Klasse erklärt sich über Zugänglichkeit, Form und Region. Für den häufigsten Anwendungsfall, das Einrüsten einer Hausfassade, schlüsselt die Seite zu den Kosten eines Fassadengerüsts die Höhenklassen am konkreten Beispiel weiter auf.

Wie die Gerüstfläche (m²) berechnet wird

Damit aus dem Tarif ein Preis wird, braucht es die Fläche. Die Gerüstfläche rechnet man pro Gebäudeseite: Länge der Fassade plus einen Ecküberstand von rund einem Meter je Ecke, multipliziert mit der Traufhöhe. Die Tiefe des Gerüsts zählt dabei nicht – abgerechnet wird die senkrechte Ansichtsfläche, nicht ein Volumen.

Ein Beispiel: Eine Hauswand von 10 m Länge und 7 m Höhe ergibt mit beidseitigem Ecküberstand rund 12 m mal 7 m, also etwa 84 m². Bei 9 CHF/m² wären das für diese Seite rund 760 CHF an reinem m²-Anteil. Bei einem umlaufenden Gerüst werden alle Seiten einzeln gerechnet und addiert; Trauf- und Giebelseiten getrennt, weil sie unterschiedlich hoch sind. Genau mit diesen Massen – Länge, Breite und Traufhöhe – rechnet auch der Richtpreis-Rechner Ihre Fläche aus, bevor er den Tarif anlegt.

Werden Fenster und Türen von der Fläche abgezogen?

Nein. Branchenüblich werden Öffnungen wie Fenster, Türen und Tore übermessen, also mitgerechnet, als wäre die Wand durchgehend. Das wirkt auf den ersten Blick unfair, hat aber einen sachlichen Grund: Das Gerüst muss über die Öffnung hinweg gebaut werden – Rahmen, Riegel, Beläge und Verankerung fallen dort genauso an wie vor geschlossenem Mauerwerk. Abgezogen wird also nichts, was das Gerüst trotzdem überspannen muss.

Aus demselben Grund werden auch Rücksprünge, Loggien und Balkonnischen in der Regel durchgemessen. Wer zwei Offerten vergleicht, sollte deshalb prüfen, ob beide nach derselben Regel aufgemessen haben – rechnet ein Anbieter Öffnungen heraus und der andere nicht, unterscheiden sich die Flächen deutlich, ohne dass das Gerüst ein anderes wäre.

Wie wird die Fläche an einem Giebel gerechnet?

Über die mittlere Höhe. Weil die Giebelseite oben spitz zuläuft, wäre die Firsthöhe zu viel und die Traufhöhe zu wenig. Gerechnet wird deshalb mit der Höhe auf halber Strecke zwischen Traufe und First – bei einem Satteldach also Traufhöhe plus rund die halbe Giebelhöhe. Das entspricht der tatsächlich eingerüsteten Fläche gut genug, ohne jede Gerüstlage einzeln aufzumessen.

Diese Aufmassregeln sind Branchenpraxis, keine Norm. Sie stehen in seriösen Offerten nachvollziehbar drin – fragen Sie im Zweifel nach, wie die Fläche ermittelt wurde.

Warum der m²-Preis bei grösseren Gerüsten sinkt

Auf den ersten Blick wirkt es widersprüchlich: Ein grosses Gerüst kostet mehr, aber pro Quadratmeter oft weniger. Der Grund ist die Verteilung der Fixkosten. Anfahrt, Einrichten der Baustelle und die Planung fallen pro Auftrag etwa gleich hoch an – egal, ob 50 oder 500 m² gestellt werden. Verteilen sich diese fixen Posten auf viele Quadratmeter, sinkt der Anteil je m².

Dazu kommt der Montagerhythmus: Wer ohnehin mit dem Lastwagen anrückt und ein ganzes Team aufstellt, baut die zusätzlichen Felder günstiger pro Einheit als die ersten paar. Deshalb hat ein kleines Reparaturgerüst pro m² einen höheren rechnerischen Satz als das Komplett-Einrüsten einer grossen Liegenschaft. Welche Gerüstart sich für Ihr Vorhaben überhaupt eignet und wie sie kalkuliert wird, ordnet die Übersicht der Gerüstarten ein. Praktisch heisst das: Den m²-Satz allein über verschiedene Projektgrössen zu vergleichen, führt in die Irre.

Wie man zwei Offerten über den m²-Preis fair vergleicht

Der m²-Preis ist das beste Vergleichsmass – aber nur, wenn Sie ihn sauber isolieren. Eine Pauschale „Gerüst 4'500 CHF" sagt wenig, solange unklar ist, wie viele Quadratmeter und welche Mietdauer darin stecken. So vergleichen Sie zwei Offerten fair:

  • Rechnen Sie den m²-Satz heraus. Pauschale minus Baustelleneinrichtung, geteilt durch die Gerüstfläche, ergibt den reinen Tarif pro m². Erst dieser Wert ist zwischen zwei Offerten vergleichbar.
  • Prüfen Sie die enthaltene Mietdauer. Ein tieferer m²-Satz mit kurzer Standzeit kann teurer werden als ein höherer mit langer – sobald Mehrmiete anfällt.
  • Trennen Sie Zusatzteile ab. Spenglergang, Dachfang oder Einhausung gehören nicht in den Grund-m²-Satz und verfälschen den Vergleich, wenn sie eingerechnet sind.
  • Vergleichen Sie dieselbe Fläche. Unterschiedlich gerechnete Ecküberstände oder Sicherheitszuschläge erklären scheinbare Preisunterschiede.

Wer so vorgeht, vergleicht Tarif gegen Tarif statt Pauschale gegen Pauschale. Der Rechner nimmt Ihnen diese Arbeit ab: Er weist Fläche und Spanne getrennt aus, sodass Sie Ihren eigenen m²-Richtwert sofort sehen und jede Offerte dagegenhalten können.

Sicherheit gehört zum m²-Preis dazu

Ein auffällig tiefer m²-Satz ist kein Schnäppchen, wenn an der Sicherheit gespart wird. Im Quadratmeterpreis steckt zwingend der normgerechte Aufbau: ausreichende Verankerung, dreiteiliger Seitenschutz ab zwei Metern Absturzhöhe, vollflächige und trittsichere Beläge sowie gesicherte Aufstiege. Diese Anforderungen sind nicht optional, sondern in den Branchenregeln festgehalten – die SUVA hält die massgebenden Vorgaben für Gerüste fest.

Verantwortlich für den vorschriftsmässigen Aufbau ist der ausführende Betrieb; nach Montage und wesentlichen Änderungen wird das Gerüst geprüft und freigegeben. Beim m²-Vergleich gilt deshalb: Ein seriöser Tarif rechnet diese Sicherheit ein. Ist ein Angebot deutlich günstiger, lohnt die Frage, was darin fehlt.

Häufige Fragen zum m²-Preis beim Gerüst

Was kostet ein Gerüst pro Quadratmeter?

Als Richtwert kostet ein Gerüst in der Schweiz rund 15 bis 22 CHF pro m² Gerüstfläche – all-in, also inklusive Auf-/Abbau, Baustelleneinrichtung, Grundmiete und MwSt. Beim Einfamilienhaus liegen die meisten Projekte bei 17 bis 23 CHF/m², bei Mehrfamilienhäusern bei 15 bis 22 CHF/m². Der in Offerten ausgewiesene reine Auf-/Abbau-Satz ist tiefer: 9 bis 11 CHF/m² unter 100 m² Fläche, 8 bis 9 CHF/m² bei 100 bis 500 m² und 7.50 bis 8.50 CHF/m² darüber.

Ist der Auf- und Abbau im m²-Preis enthalten?

Ja, der m²-Satz deckt Montage und Demontage ab. Nicht enthalten sind die einmalige Baustelleneinrichtung – beim Einfamilienhaus rund 250 bis 450 CHF – und das Vorhalten, also die Miete, die ab dem ersten Monat läuft. Eine kostenlose erste Mietperiode ist in der Schweiz unüblich.

Warum ist der m²-Preis bei einem kleinen Gerüst höher?

Weil sich die Fixkosten für Anfahrt, Einrichten und Planung auf weniger Quadratmeter verteilen. Diese Posten fallen pro Auftrag etwa gleich hoch an. Bei einer grossen Fläche sinkt ihr Anteil je m², bei einer kleinen Reparatur ist er hoch – darum ist der rechnerische Satz dort höher.

Wie viele Quadratmeter hat ein Gerüst am Einfamilienhaus?

Das hängt von Umfang und Höhe ab. Pro Seite rechnet man Länge plus Ecküberstand mal Traufhöhe; ein rundum eingerüstetes Einfamilienhaus kommt oft auf einige hundert Quadratmeter. Die genaue Fläche ermittelt der Rechner aus Länge, Breite und Traufhöhe Ihres Hauses.

Kann ich Offerten allein über den m²-Preis vergleichen?

Nur bedingt. Der m²-Satz ist das beste Vergleichsmass, aber Sie müssen Baustelleneinrichtung und Mietdauer herausrechnen und Zusatzteile abtrennen. Erst der reine Tarif pro m² bei gleicher Fläche und Standzeit ist fair vergleichbar.

Ihren eigenen m²-Richtwert berechnen

Statt mit einer pauschalen Spanne zu planen, rechnen Sie mit Ihren Massen: Geben Sie Länge, Breite, Traufhöhe und Standzeit sowie den Gerüsttyp ein – und Sie erhalten in wenigen Sekunden Fläche und Preisspanne für Ihr Gerüst. Der Richtwert ist kostenlos und unverbindlich. Passt die Grössenordnung, fordern Sie mit einem Klick eine verbindliche Offerte an, die ein Partner-Gerüstbauer erstellt.

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